Groß Leppin - Pfarrsprengel Glöwen-Schönhagen

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Groß Leppin

Pfarrsprengel
Groß Leppin , ein Dorf im Süden der Prignitz. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1248.Woher der Name? Möglicherweise wurde es nach dem gleichnamigen Dorf in der Altmark bei Arendsee genannt, doch das ist nicht sicher. Erbaut von den Germanen, liegt es in einem Winkel der Karthane, dort wo das Luch aufhört und das Hügelland beginnt. Ein Markantes Zeichen des Ortes ist der „Mühlenberg.“ Mit seiner parallel laufenden großen und kleinen Straße, seiner Querstraße welche auch `krummes Ende` genannt wird und der so genannten Steege, die dem Pfarrhaus gegenüber nach Norden verläuft, bildet das Dorf die Form eines großen lateinisch geschriebenen H. An der großen Straße lagen neben der Pfarrei und der Schule auch die Bauernwirtschaften. Ein Großbrand am 10.August 1868 zerstörte die Hälfte des Dorfes. Der Direktor der Feuersozietät Landrat von Jagow kam persönlich nach Groß Leppin und sorgte dafür, dass der Aufbau mit Hilfe von Geldzahlungen der Versicherung schnellstmöglich beginnen konnte. Waren die Häuser und Gebäude bis dahin durchgehend mit Stroh gedeckt, baute man sie nun massiv auf. Dies geschah bereits 1869. Nach und nach wurden auch die restlichen alten Häuser abgerissen und von moderner gebauten ersetzt. Die Ära der mit Stroh gedeckten Wohnhäuser war vorbei. Diese Art von Bedachungen fand man nur noch auf wenigen Scheunen.
Das so neu entstandene Groß Leppin bot mit seinen großen, massiven Gebäuden den Anblick eines reichen und modernen Bauerndorfes. Die Gutsarbeiter brachten es ebenfalls zu einem gewissen Wohlstand. Sie kauften oder erbauten sich eigene Höfe, wurden Viehbesitzer. Der Ort, früher ein Bischofsdorf welches zu Plattenburg gehörte, war bereits in alten Zeiten Sitz eines Kaplans. 1899 bekleidete dieses Amt Pastor Reichardt. Das Pfarrhaus, welches ohne Zweifel als das älteste Haus im Kirchensprengel galt, wurde etwas abseits der Kirche errichtet.

Gründe dafür sind nicht bekannt. Es liegt die Vermutung nahe, dass ein Herr von Saldern (Plattenburg), da er im Dorf verschiedene Hofstellen besaß, eben diesen Platz als Baustelle freigegeben hat. Leider war das Gebäude seiner Zeit was den baulichen Zustand betraf auch das schlechteste. Wann genau es erbaut wurde lässt sich nicht sagen. Bei einem Umbau des Hauses im Jahr 1899 fand man über dem Eingang vom angebauten Keller einen Balken mit der Aufschrift 1675. Bedauerlicher Weise wurde dieser verbrannt. Ob nun das ganze Pfarrhaus aus diesem Jahr stammt ist nur zu vermuten.
Die Groß Leppiner Kirche entspricht dem Stil einer typischen Prignitzer Wehrkirche. Der Zeitpunkt Ihrer Erbauung und somit auch ihr Alter lassen sich nicht genau benennen. Überlieferungen nach wurde dieser frühestens 1250 begonnen. Mit den umliegenden Gütern Plattenburg, Zernikow und Klein Leppin ernannte man sie zur Mutterkirche. Noch heute ist ihr massiger Feldsteinturm ein Zeichen dafür, dass sie nicht nur erbaut wurde um dem christlichen Glauben zu folgen und ihm in Gottesdiensten Ausdruck zu verleihen. Die Kirche diente den Menschen auch als Schutz und Zufluchtsort vor feindlichen Überfällen. Der Bau von Turm und Schiff wurde zeitgleich begonnen. Als Baumaterial für den Turm wurden Findlinge verwendet, die von den Äckern geholt wurden. Deutlich sichtbar ist unter anderem an der Nordseite, dass das Schiff früher gut 50 cm niedriger gewesen ist. Um 1700 erhöhte man das Dach. Die alten gotischen Spitzbogenfenster waren sehr schmal und ließen nur wenig Licht ins Innere. Bis auf einige Ausnahmen wurden sie zugemauert. Stattdessen setzte man weniger schöne, aber breitere Fenster ein. In früheren Zeiten zierte den Turm noch eine Spitze. Da diese im Laufe der Jahre Schäden aufwies, ließ Pastor Sittmann sie herunternehmen. Das Fenster an der Südseite wurde erst 1876 eingebrochen. Zuvor befanden sich im Turm nur ab dem ersten Stockwerk einsetzende Schießscharten. Kam es zu einem Überfall, zogen sich die Bewohner des Dorfes dorthin zurück. Mit seinen drei Stockwerken bot er Platz für mehrere hundert Menschen und galt für die damalige Zeit als unbezwingbar. An Stelle schöner Bronzeglocken ertönt vom Turm herab der Klang von Stahlglocken. Diese stiftete die Kirchengemeinde 1921 als Ersatz für die bis dahin vorhandenen Bronzeglocken. Wie in vielen Orten notwendig, fielen auch in Groß Leppin zwei von ihnen 1917 dem Krieg zum Opfer, indem sie eingeschmolzen wurden. Die kleinste noch vorhandene Bronzeglocke verkaufte man für 7000,- Mark an die Kirchengemeinde Börnersdorf bei Dresden.
Im Jahr 1876 bei der Erneuerung des Kircheninneren fanden die bis dahin dort liegenden Grabdenkmäler ihren jetzigen Platz an der Westseite des Kirchturmes. Das Denkmal zur linken Seite zeigt Jakob von Saldern geboren 1571, gestorben 1602. Das zur rechten soll dessen Gattin Anna von Saldern, geborene von Kitzing zeigen. Doch, dass dies den Tatsachen entspricht, darüber war man sich lange Zeit nicht sicher. Genauere Nachforschungen ergaben, der Grabstein der Frau von Saldern stellt nicht die Ehefrau, sondern die Schwägerin des Herrn von Saldern dar.
In der Kirche befindet sich eine von Tischler Meyer aus Eichenholz gefertigte Gedenktafel für die Gefallenen. Da die vorhandene Orgel längst kein wohlklingendes Instrument mehr war, wurde 1919 aus Spenden eine neue mit 10 Registern angeschafft. Die Kosten dafür beliefen sich auf 6845,- Mark.
Wie an jedem Gebäude ging auch an der Groß Leppiner Kirche die Zeit nicht spurlos vorüber. Besonders dem Inneren sah man die Jahrzehnte deutlich an. Da traf es sich gut, dass die Glöwener Kirche anlässlich ihres 50jährigen Jubiläums im März 1927 von dem Kirchenmaler Robert Sandfort aus Charlottenburg einen neuen Anstrich bekam. Der Gemeindekirchenrat trat mit dem Künstler in Verhandlung und übertrug ihm für 2300,-Mark das Ausmalen der Dorfkirche. Damit nicht genug, fanden einige kleinere bauliche und schmückende Veränderungen statt, bei denen auch die Dorfbewohner selbst nicht untätig waren. Bereits Pfingsten 1927 konnten sie ihre nun um vieles schönere Kirche wieder in Besitz nehmen.
Der Ort verfügte über drei Friedhöfe. Ältester ist der Dorffriedhof. Wie in damaligen Zeiten üblich wurde dieser um die Kirche herum angelegt. Bis zum Jahr 1856 bestattete man dort. Der zweite befindet sich auf dem Mühlenberg zur linken Seite. Nur wollte niemand auf diesem begraben werden. Daniel Friedrich Leppin machte den Anfang. Auf eigenen Wunsch fand er am 14. Februar 1856 dort seine letzte Ruhe. Im Jahr 1914 legte man auf der rechten Seite des Mühlenbergs einen dritten Friedhof an. Auf diesem werden die Menschen auch heute noch zu Grabe getragen.
Liegen zwischen dem damaligen und dem heutigen Groß Leppin auch mehrere hundert Jahre, eines jedoch hat die Zeit überdauert: Die Groß Leppiner identifizieren sich mit ihrem Dorf und seiner Kirche.
Im Jahr 2002 wurde der „Förderkreis zur Bewahrung der Kirche im Dorf Groß Leppin e.V.“ gegründet.
Der Verein besteht aus christlichen und nichtchristlichen Mitgliedern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kirche zu erhalten und somit dem Dorf seinen Mittelpunkt zu bewahren.

 
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