Netzow - Pfarrsprengel Glöwen-Schönhagen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Netzow

Pfarrsprengel
Netzow liegt nordöstlich von Havelberg. Es ist ein sehr altes Dorf umgeben von Ackerflächen und Grünland. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1329, als der Markgraf den Bürgern zu Havelberg seine Heide verkaufte und als Grenze den "Weg nach dem Dorfe (damals) Nezow angab.
In der Vergangenheit fand man bei Grabungen und der Bodenbearbeitung Scherben, Reste menschlichen Geräts , Gräber und andere Spuren die Hinweise darauf waren, dass lange vor 1329 Menschen in der Nähe des jetzigen Dorfes siedelten. Netzow war ursprünglich als Angerdorf angelegt, welches sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Straßenangerdorf entwickelt hat. Es ist ein typisches Bauerndorf, dessen Bebauung heute aus traufständig zur Dorfstraße gewandten aus Backsteinen gebauten Wohnhäusern besteht.
Diese sind in ein-bzw. eineinhalbgeschossiger Bauweise vor ca. 80 bis 100 Jahren errichtet worden. An der Rückseite der Wohngebäude schließen sich große Vierseithöfe mit mächtigen Wirtschaftsgebäuden an. Fährt man aus Richtung Glöwen in Netzow ein, fällt der Blick auf den Anger, auf welchem sich auf einer geringfügigen Erhöhung die beeindruckende alte Feldsteinkirchen befindet. Diese steht heute unter Denkmalschutz. In unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet sich ebenfalls auf dem Anger die alte Dorfschule. Der Anger wir von beidseitig verlaufenden Verkehrswegen umschlossen. 
Die Kirche

Im späten 15.Jahrhundert aus Feldsteinen mit Backsteinkannten im spätgotischen Stil erbaut steht sie heute unter Denkmalschutz. Im Jahre 1884 wurde sie stark umgebaut. Nur der querrechteckige Westturm ist heute noch im ursprünglichen Zustand vorhanden. Das Mauerwerk des Turms ist durch verschiedenartige Backsteinblenden und gekuppelte Schallöffnungen gegliedert. Die Giebel sind mit segmentbogigen Blenden geschmückt.Da das Mauerwerk starke Risse aufweist wird der Turm durch ältere und jüngere Stützpfeiler gesichert.
Die beiden Glocken im Turm stammen aus der Zeit nach dem 1.Weltkrieg. Ihre beiden Vorgänger teilten das Schicksal vieler Kirchenglocken, sie wurden während des 1.Weltkrieges eingezogen und eingeschmolzen. Die Wetterfahne auf dem Satteldach des Turms stammt aus dem Jahre 1886. Als das Dach der Kirche 1996 erneuert wurde, sanierte man auch die Wetterfahne. Sie erhielt zusätzlich eine Kugel in der einige Zeitdokumente hinterlegt wurden. Am Turm schließt der verputzte rechteckige Feldstein-Saalbau an. In den Längswänden befinden sich je 2 Spitzbogenfenster. Ein ehemaliges Rundbogenportal in der Südwand wurde vermauert. Die früher gerade Ostwand wurde 1884 durchbrochen und das Schiff durch eine eingezogene gewölbte Rechteckapsis mit Eckstrebenpfeilern erweitert. Von diesem Saalbau trennte man einen kleinen beheizbaren Gemeinderaum ab. 
Zur Innenausstattung der Kirche gehört ein silbervergoldeter Kelch von 21,5cm mit der Inschrift 1541. Der Knauf ist mit Blattwerk und Früchten verziert. Am Fuß des Kelches sind drei Darstellungen eingraviert:"Christus am Kreuz, Christus in Unterredung mit zwei männl. Gestalten und Catharina Eggersdorphes kniend als Stifterin. Diese war wohl die Ehefrau des früheren Lehnschulzen Hans Eggersdorph. Die dazugehörige Patene ist ebenfalls silbervergoldet mit Weihekreuz und Datierung 1541. Die Taufschale hat einen Durchmesser von 36cm und stammt aus dem Ende des 19.Jahrhunderts. Verschiedene in die Kirche gehörige Gegenstände wie Rauchfaß, Meßgewand u.a. befinden sich in Schönhagen bei Gumtow.
Seit 1990 hat Netzow eine Partnergemeinde - Ledde bei Osnabrück.
Gegenseitige Einladungen in die Kirchengemeinden werden gerne angenommen.

1996 wurde die Kirche saniert.In den vergangenen Jahren wurden insgesamt 90.000 DM aus Kirchensteuermitteln in die Kirche investiert. Das Dach und die Fenster wurden erneuert, das Kircheninnere gemalert, ein elektronisches Glockengeläut wurde installiert. Für eine dringend benötigte neue Eingangstür reichte das Geld damals leider nicht mehr. Für diese kam Hilfe in Form einer Spende von der Partnergemeinde Ledde. Die noch fehlenden Gelder konnten ebenfalls aufgebracht werden, somit konnte die Eingangstür 1998 erneuert werden.

Ein großer Teil der Einwohner von Netzow sind Kirchenmitglieder. Freiwillig sind sie zur Stelle wenn es um Unterstützung der Kirchenarbeit geht. Sei es bei Ausbesserungsarbeiten oder zur Vorbereitung von Festen.
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü